Montag, 23. August 2010

Das Ehegattensplitting

...und Die Grünen !!

Nach offiziellen Angaben verzichtet der Staat durch das Ehegattensplitting jährlich auf 33 Milliarden Euro. Katja Dörner, die Kinder- und Familiensprecherin der Grünen, würde dieses Geld viel lieber in den Ausbau der Betreuung in Kitas investieren. Es könnten auch unter der jetzigen Gesetzeslage zweistellige Milliardensummen so umgelenkt werden, dass sie der Kinderförderung und nicht „der Förderung der Hausfrauenehe“ zugute kommen, sagte Dörner der „Berliner Zeitung“ (23.8.2010).

Die Grünen haben dies in ihren Haushaltsberatungen beantragt. Unter Umständen könnte auch die Gleichstellungskommission der Bundesregierung zum Jahresende eine Änderung des Ehegattensplittings vorschlagen. „Wir sind noch in Beratungen, aber die Mehrheit der Kommission ist eigentlich dafür“, sagte Gerhard Bosch, der Mitglied der Kommission ist und Chef des Instituts für Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg/Essen. Bosch hält die Reform des Ehegattensplittings für eine der wichtigsten Reformen des Sozialstaats. Zusammen mit der abgeleiteten Krankenversicherung und den Minijobs macht er das Ehegattensplitting dafür verantwortlich, dass in der Bundesrepublik die Zahl der erwerbstätigen Frauen nicht mehr steigt. „Erst investieren wir in die Ausbildung, und dann bleiben die gutqualifizierten Frauen zu Hause“, sagt Bosch. Seiner Meinung nach entspricht das Ehesplitting heute nicht mehr der Realität der unterschiedlichen Lebensformen.

Quelle: ddp